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Chirurgischer Aortenklappenersatz
 

 


Aortenklappenstenose als häufigstes Klappenproblem

Diese Erkrankung ist für etwa 25% der Klappenfehler bei Erwachsenen verantwortlich. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung vor allem älterer männlicher Patienten. Die zunehmende Häufigkeit der Aortenklappenstenose und das höhere Durchschnittsalter der Patienten ist durch die höhere Lebenserwartung unserer Bevölkerung sowie dank der verbesserten Diagnostik durch die Echokardiografie zu erklären. Die Prävalenz beträgt bei Patienten ab 65 Jahren 2% und erreicht bei den >85-jährigen einen Wert von über 4%. Die einzige wirksame Behandlung ist der chirurgische Aortenklappenersatz. Hinsichtlich des besten Zeitpunkts für die Operation existieren verschiedene Empfehlungen, jedoch ist das Outcome besser, wenn noch keine Kardinalsymptome zum Zeitpunkt der Operation vorhanden sind. Mit Hilfe grosser Datenbanken aus dem nordamerikanischen Raum wurde die postoperative Morbidität und Mortalität bei mehr als 67 000 Patienten analysiert, die sich zwischen 2002 und 2006 einer isolierten Aortenklappenersatzoperation unterziehen mussten. Die Operationsmortalität lag bei 3,2%, wobei die Schlaganfallsrate 1,5% betrug. Zunehmend erhalten auch ältere Patienten einen Aortenklappenersatz, da der unmittelbare Operationserfolg durch das Alter nicht wesentlich beeinflusst zu werden scheint.

Biologische oder Mechanische Prothese?

Bei den biologischen Herzklappen gibt es drei verschiedene Arten:
Tierklappen (vom Schwein oder vom Rind, wobei sich diese Klappen als erstaunlich "kompatibel" mit dem menschlichen Herz erwiesen), menschliche Spenderklappen (Homografts) und genetisch gezüchtete Klappen (Autografts, die sich im frühen Experientalstadium befinden). Das Klappengewebe wird auf einem Kunststoffgerüst („Stent“) befestigt oder gerüstfrei verwendet. Ebenso wie künstliche Herzklappen sind auch biologische Klappen zum Einnähen mit einer Polyestermanschette umgeben. Die Lebensdauer biologischer Herzklappen ist begrenzt, da sie im Vergleich zum eigenen Gewebe einem beschleunigten Alterungsprozess (Verkalkung) unterliegen. Dieser kann nach einigen Jahren zu sichtbaren und auch funktionell bedeutsamen Funktionsstörungen führen, die einen Austausch notwendig machen. Dafür ist bei vielen Patienten keine Antikoagulation erforderlich. Erfahrungsgemäß verkalken biologische Herzklappen bei Kindern früher und schneller als bei Erwachsenen.

Die Abwägung ob mechanischer oder biologischer Klappenersatz zum Einsatz kommt, ist unter anderem von folgenden Faktoren anhängig:
Alter des Patienten, Möglichkeit und Akzeptanz der lebenslangen Antikoagulierung, Religiöse Erwägungen. Abwägung und Auswahl unterliegen dabei dem verantwortlichen Mediziner. In den meisten Kliniken wird ein biologischer Herzklappenersatz ab 65 Jahren oder je nach Untersuchung auch früher empfohlen.

 

Zwei moderne Herzklappen, biologische Klappe (Rind, links), mechanische Klappe (rechts) 

Minimal Invasiver Zugang

Der konventionelle Aortenklappenersatz wird entweder über eine mediane Sternotomie, eine partielle obere Sternotomie oder über eine antero-laterale Minithorakotomie durchgeführt.

Beim Zugang über eine Minithorakotomie (oben abgebildet) wird das Sternum intakt belassen, was sich vor allem als sehr elegante und vorteilhafte Technik erwiesen hat, wenn die neuartigen stentbasierten Klappenprothesen (sutureless valve) eingesetzt werden. Diese biologischen Klappenprothesen werden direkt durch die Thorakotomie über die eröffnete Aorta in den Aortenklappenannulus eingelegt, nachdem die erkrankte Aortenklappe vollständig entfernt wurde. Der auf nitinol-basierende klappentragende Stent wird im gefalteten Zustand in den Aortenannulus positioniert und dann durch die Körperwärme zu Expansion gebracht. Die Klappe muss deshalb nicht mehr eingenäht worden, sondern verankert sich selbstständig in der richtigen Position.

Diese Art des minimal-invasiven Aortenklappenersatzes ist einzigartig und wird in dieser Form weltweit nur am UniversitätsSpital in Zürich angeboten. 

Gerne sind wir bereit bei einem persönlichen Gespräch in unserer Poliklinik die beste Operation für sie zu definieren.

Kontakt:
Prof. Dr.med. Jürg Grünenfelder (jurg.grunenfelder@usz.ch)
Tel.: 044/255 32 98

 


 


 
 
 
 
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